Google App Engine gelaunched
Gepostet am 09.April 2008 in Programmierung, Webapps | 1 Kommentar »
Die Google App Engine ist ein neues Projekt von Google, das einen Computing Cloud Service darstellt, auf dem eigene Web Apps gehostet werden können. Außerdem können eine Reihe anderer Funktionen genutzt werden.
Konkurrenz zu Amazon EC2?
Das hört sich erst mal stark nach einer Konkurrenz zu Amazons EC2 (Elastic Computing Cloud) und S3 (Simple Storage Service) an, ist dann aber in der Ausprägung auch ein wenig Facebooks F8-Plattform ähnlich (manche meinen sogar sehr), da mehr Vorgaben existieren: kann bei Amazon die Technologie wie ein “normaler” Server im Web genutzt werden, muss die Applikation für die Google App Engine in Python programmiert sein (das soll sich jedoch später ändern, wenn der Service auch andere Programmiersprachen, wie vermutlich PHP unterstützt).
Bereitstellung gebräuchlicher Funktionen per API
Auch sonst hört sich das so an, als würde Google es sehr begrüßen, wenn die bereitgestellten Funktionalitäten und Möglichkeiten genutzt würden, die den App-Entwickler enger an Google binden:
App Engine includes a service API for integrating with Google Accounts. Your application can allow a user to sign in with a Google account, and access the email address and displayable name associated with the account. Using Google Accounts lets the user start using your application faster, because the user may not need to create a new account. It also saves you the effort of implementing a user account system just for your application.
Obwohl ich die Datenschutz-Verfechter schon aufschreien höre, haben derartige Dinge natürlich einen klaren Vorteil für den Enduser, da er sich nicht für jede Applikation, die Authentifikation erfordert, erneut registrieren muss.
Beschränkter Zugang
Der Zugang ist vorerst auf 10.000 Entwickler limitiert und derzeit setzt Google alle die sich anmelden auf eine Warteliste. Das SDK und die Dokumentation kann sich jedoch schon jetzt jeder frei herunterladen und mit dem Entwickeln beginnen.
Nebenschauplatz: Webchat-Anwendung
Gleich zu Beginn gab es einige Verwirrung rund um ein Demo-Projekt für die neue Plattform, das einige Google-Entwickler online gestellt hatten: ein webbasiertes Chat-Tool, mit dem mehrere Leute über eine Webseite miteinander Chatten können. Das Ganze wirkte dann nicht weit entfernt von Campfire, einem kostenpflichtigen Produkt aus dem Hause 37signals, das auch kostenlos mit einigen Limitierungen ausprobiert werden kann. Wie z.B. auf Read/Write Web zu sehen, ähneln sich die Interfaces durchaus, nur ist das noch kein Grund der Applikation den Hahn abzudrehen.
Ich benutze im Team auch Campfire und bin begeistert davon, allerdings wird es trotzdem langsam Zeit, dass offenere Alternativen erscheinen, die dann auch Anpassungen an die persönlichen Bedürfniss und – für viele wichtig – die Speicherung auf dem eigenen Unternehmens-Server möglich machen. Durch die Veröffentlichung von activeCollab ist auch Basecamp nicht kaputt gegangen. Dass Google nicht diese Lösung bringen wird ist klar, denn das wäre ja dann eine Bewegung vom Regen in die Traufe, aber ich finde die Aufregung trotzdem übertrieben.
Alles nur Publicity?
Wenn man gern Verschwörungstheorien glauben schenkt, könne man fast meinen, dass dieser Aufschrei durch die Blogwelt von Google geschickt herausgefordert wurde, um auf die Plattform aufmerksam zu machen…ein Schelm wer böses denkt.
Zurück zum Thema, hier ist das Vorstellungsvideo zu Google App Engine (leider nur auf Englisch):
YouTube - Google App Engine Vorstellung
Lustiges und zugleich pikantes Randdetail: die Veranstaltung im Video nennt sich Google Campfire One
Ganz Google-typisch hat das Projekt natürlich auch ein eigenes Blog: das Google App Engine Blog
Was denkt Ihr über den neuen Dienst? Schon irgendwelche Pläne oder sogar Erfahrungen? Ab damit in die Kommentare!

One Response
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