Klartext: Werbung in Web 2.0 Communities funktioniert nicht
9
Ich habe meine Meinung zu diesem Thema ja schon oft geäußert. Wir betreiben seit mehr als 5 Jahren einen der führenden Forenhoster Deutschlands und haben daher einen ganz guten Einblick in die Entwicklung und Vermarktungsmöglichkeiten von Communities.
Communties ein sehr schlechtes Werbeumfeld
Das wissen wir nicht erst seit gestern. Wenn User in einer Community unterwegs sind, interessieren sie sich nicht für kommerzielle Angebote. Das ist nicht mal ein Problem der Zielgruppe. Selbst High Profile User, die auf Google oder Contentseiten hohe CPMs erlösen, sind in Communities nahezu wertlos.
Jason sieht es genauso!
Ich habe gerade ein Video (auf 6:50 “vorspulen”) entdeckt, in dem – der von mir sehr geschätzte – Jason Calacanis diese Meinung unterstützt. Ganz neu ist das natürlich nicht. Beim Jojo findet Ihr schon seit März eine nette Statistik realer Kampagnen auf Facebook.
Die User rebellieren
Facebook und StudiVZ wollten die miese Performance der Anzeigen nun mit verbessertem Targeting pimpen (meine 2Cent: das bringt nichts, siehe oben: richtige Zielgruppe, falsche Phase). Nur lassen die User sich das nicht gefallen. Nach Facebook, rudert nun auch StudiVZ zurück und rückt – zumindest teilweise – von den Daten-Vermarktungsplänen ab.
Kommentar: Große Teile des Web 2.o erinnern mittlerweile an den New Economy Hype. Lange bekannte Tatsachen werden ignoriert und mit einer “Dieses Mal ist alles anders!” Haltung hinweggewischt. Bullshit! In spätestens 2 Jahren (der übliche VC Horizont) sehen wir 90% der bei deutsche-startups gelisteten Projekte bei Ebay.


tim
Dez 17. 2007
Ich habe dazu mal einen konkreten Test gemacht: das gleiche Design mit gleicher Adsense Positionierung (729) einmal für eine Community und einmal für ein Content-Projekt genutzt. Nach jeweils über 100.000 Impressions kommt die Community auf einen TKP von 0,32 $ und das Content Projekt auf 13,40 $.
Sebastian
Dez 17. 2007
@tim
Das deckt sich in etwa mit meinen Erfahrungen bzw. mit den Durchschnitts TKPs auf unseren Portalen.
Viele Grüße vom Wannsee,
Sebastian
Tom
Dez 18. 2007
Nur was hat das mit Web2.0 zu tun? Communities gibt es nicht erst seit Web2.0
Sebastian
Dez 18. 2007
Mit Web 2.0 hat das insofern zu tun, daß viele Geschäftsmodelle des Web 2.0 darauf basieren, Communities mittels Werbung zu monetarisieren.
Peter
Dez 19. 2007
Das ist doch totaler Quatsch.
Hinter Studivz und Facebook stecken geldgierige Unternehmen. Dennen ist die Klickrate bzw der Umsatz den die durch die Werbung verdienen einfach zu niedrig. Eine Stinknormale Community kann nach ein paar Monaten einen positiven Umsatz einbringen. Dahinter muss aber auch harte Arbeit stecken. Die meisten Communitys scheitern deswegen weil die Webmaster nur bis zum Launch der Seite denken. Damit aber ein Erfolg garantiert ist müssen diese aber viel weiter denken (betreuung d. Seite, Gründe f. Besuchermangel etc)
Eine Community wie Studivz
Sebastian
Dez 19. 2007
Was ist denn ein “positiver Umsatz”?
Die meisten aktuell gestarteten, großen Community-Projekte haben einen kommerziellen Hintergrund. Da wird ein Profit erwartet und der ist bei den niedrigen TKPs / CPCs halt schwer zu realisieren.
junikus
Dez 26. 2007
Klar ist der zu realisieren. Wenn man auf dem Tepich bleibt und keine Millionen zurück haben will *lol*
Peter
Dez 29. 2007
Jeder setzt sich bei seinen Projekten immer so große Ziele.
Sofern man keine neue Idee hat, wird man auch kein Millionär. Und nicht jede Idee ist Gold wert….
Ich plane zurzeit eine Community mit einem Kollegen. Wir geben viel Geld für einen Server aus genauso wie für das Programm. Jeder € den wir durch Werbung am Monatsende im Plus haben freut es uns. Wenn wir daran nichts verdienen ist es auch ok!
Sebastian
Dez 29. 2007
@peter
Das kannst Du mit Deinem Kumpel natürlich machen. Wenn man aber von den Gewinnen leben muß und davon auch noch Angestellte finanzieren muß, muß man die Ziele eben etwas höher setzen. Das ist nunmal der Unterschied zwischen Hobby und Unternehmen.
Daß man nur mit neuen Ideen Millionen verdienen kann, ist aber Unsinn. Es gibt viele MeToos, die zu Milliardenkonzernen gewachsen sind.